Zeit für die Liebsten

Die Vorweihnachtszeit

Wenn ich durch die Straßen von Wien gehe und – gerade in der Vorweihnachtszeit – überall die Plakate von Hilfsorganisationen sehe, wird mir regelrecht flau im Magen. Es ist nur ein Beispiel, aber trotzdem eines, das mich beschäftigt! All die Menschen, die unsere Hilfe benötigen - aber eben NICHT NUR in der Weihnachtszeit! Warum sind wir zu Weihnachten hilfsbereiter? Ist es das schlechte Gewissen oder schickt es sich besonders zu Weihnachten anderen zu helfen? Ist Spenden unser Geschenk an andere, denen es vielleicht nicht so gut geht? Warum brauchen wir einen Grund, um Gutes zu tun bzw. warum müssen wir überhaupt daran erinnert werden? Fragen über Fragen, die mich gerade in der Vorweihnachtszeit beschäftigen, aber auf die ich so schnell und einfach keine Antwort weiß. Und ich muss gestehen: Ich darf mich unter all den Fragen nicht ausnehmen! Denn was bedeutet für mich Weihnachten?

Irgendwas zwischen Familie, Heim kommen, Regeneration und Genuss

Jeder feiert und definiert Weihnachten anders und hat in gewisser Weise auch seine eigene To-do-Liste, die er bzw. sie zu Weihnachten abarbeitet. Sei es nun das Besorgen von Weihnachtsgeschenken, das Mithelfen bei gemeinnützigen Organisationen, das Spenden, das Zusammenkommen mit Freunden/Familie oder das Vorbereiten mit Keksen und Festmahl auf den großen Abend. Weihnachten bedeutet für mich vor allem Familie, Heim kommen sowie Regeneration und Genuss: 

  • Feiern nicht nur mit meiner Familie, sondern auch mit jener meines Mannes und mit unseren Freunden ist mir sehr wichtig und macht Weihnachten erst richtig zu einem besinnlichen Fest unter jenen Menschen, die mir so viel bedeuten. Denn es sind jene Menschen, die mir in schlechten Zeiten beistehen.
  • Heim kommen – nicht nur in unser Zuhause, sondern in das Heim von unseren Freunden und unserer Familie. Genau das macht für mich Weihnachten erst zum richtigen Fest.
  • Die Regeneration von all den schlechten Tagen im Jahr, die einem viel Kraft geraubt haben. Erholung von Rückschlägen sowie nicht erreichten Zielen und Auftanken von wichtigen Energiereserven und Glückshormonen sind mein Hauptziel in der Weihnachtszeit.
  • Der Genuss spielt gerade zu den Festtagen eine entscheidende Rolle für Augen, Gaumen und das Herz. Köstliches Essen, guter Wein, vom Herzen kommende Geschenke, lustige (Spiele-)Abende unter Freunden, tiefgründige Gespräche und der Genuss von Momenten machen diese Zeit für mich so besonders.

Ruhezeit am See

Heuer hat sich meine Familie den Mondsee als Ort zum (Vor-)Feiern von Weihnachten, Ausruhen, Heim kommen und Genießen ausgesucht. Für kurze Zeit Abschalten - auch wenn es nur für 2 Tage ist. In der stressigsten Zeit im Jahr für kurze Zeit Essen und Trinken genießen - auch wenn es nur für ein paar Stunden ist. Und für kurze Zeit mit der Familie an einem großen Tisch sitzen, sich unterhalten, Geschichten erzählen und aufmerksam zuhören - auch wenn es nur für den Moment ist. Genau das macht doch Weihnachten aus, oder!?

Still stehe ich vor dem großen See und betrachte das spiegelglatte Wasser, das lediglich durch kleine Wellen des Schwans, der in weiter Ferne durch das Wasser streicht, bewegt wird. Ich lasse das Jahr nochmals Revue passieren und blicke auf die schönen und schwierigen Zeiten zurück. Ich höre nichts, außer das Klicken meines Fotoapparats und für einen kurzen Moment fühle ich mich wie in einem Film. Durch den Sucher beobachte ich die Szenerie, die sich vor mir abspielt. Möwen landen auf dem alten Holzsteg am Ufer, um nach Fischen Ausschau zu halten. Schwäne strecken gierig ihre Hälse den Menschen am Ufer entgegen, um endlich ein Stück Brot zu erhaschen. In der Ferne erstreckt sich der Schafberg mit einer leicht angezuckerten Spitze empor und zwischen Wasser und Berg schlängelt sich langsam eine leichte Nebeldecke entlang. Man könnte meinen ich stehe hier ganz alleine und bin nur für mich. Aber so ist es nicht. Ich bin umgeben von mir besonders wichtigen Menschen - meiner Familie. Sie macht mich zu dem, was ich bin. Sie bringt mich zum Lachen und steht zu mir. Und es kommt mir so vor, als würde es mir gerade gleich machen. Stillschweigen und Genießen! Was für ein schönes Gefühl hier mit meinen Liebsten einfach nur zu stehen :)

Wenn ich könnte, würde ich diesen Moment, diese Ruhe und das Beisammensein für die schlechten Tage im Jahr aufbewahren und immer dann abrufen, wenn ich es brauche. Mögen eure Weihnachten unvergesslich werden. Mit viel Liebe, viel Freude, viel Genuss, viel Erholung, viel Zeit mit Familie & Freunden und einem gemütlichen Ort zum Heim kommen. Mögen alle Sorgen in den Hintergrund rücken und die glücklichen Stunden und Momente die Oberhand gewinnen. Mögen die wundervollen Tage unvergesslich werden und euer Buch an Erinnerungen mit vielen neuen Gedanken gefüllt werden. Möge jedem von euch ein Mensch zur Seite stehen, der euch zum Lachen bringt und Glück ausstrahlt. Denn genau dann wird es ein wunderschönes, unvergessliches Weihnachten. Alles Liebe und bis bald

Die Krux mit dem Urheberrecht

Als Fotografin weiß ich ganz gut, welche Probleme - gerade für Personen und Unternehmen, die nicht aus dem Bereich der Fotografie oder Kunst kommen - in Bezug auf das Urheberrecht auftreten können. Oftmals wird das (österreichische) Urheberrecht als Irrgarten angesehen, in dem man anfangs leicht hinein kommt, aber dann nicht mehr hinaus findet. Aber vielen ist auch einfach nicht bewusst, wie weitreichend das Urheberrecht ist und wo Vorsicht geboten ist! Deswegen möchte ich euch eine leichte und vor allem verständliche Übersicht bieten, was man darf und was man nicht darf bzw. wie das (österreichische) Urheberrecht im Allgemeinen geregelt ist.

1. Allgemeines

Prinzipiell wird unter Urheberschaft eine "eigentümliche geistige Schöpfung" verstanden. Das heißt, all jene Werke, die einen originellen und individuellen Charakter aufweisen und von einem Menschen geschaffen wurden, sind urheberrechtlich geschützt. Achtung: Ideen sind nicht urheberrechtlich geschützt. Das Werk muss also bereits existieren und sich in seiner Art & Form als individuell erweisen. Dann ist es ein urheberrechtlich geschütztes Werk und darf von anderen (außer es wurden Nutzungsrechte eingeräumt) weder verbreitet, veröffentlicht, versendet, zur Verfügung gestellt, aufgeführt oder an Dritte weitergegeben werden (siehe Erläuterung weiter unten).

Der Urheber, also der Werkschaffende, hat mit der Urheberschaft folgende persönlichkeitsrechtlichen Befugnisse in Bezug auf: 
a. Urheberbezeichnung/Namensnennung (zB Recht auf Angabe des Namens durch © Max Mustermann)
b. Urheberschaft (d.h. Recht, die Urheberschaft in Anspruch zu nehmen)
c. Werkschutz (Recht des Änderungsverbots des eigenen Werkes gegenüber Dritten)

Weiters hat der Urheber vermögensrechtliche Befugnisse, darunter fällt:
a. Vervielfältigungsrecht (Anfertigung von Kopien - analog und digital)
b. Verbreitungsrecht (Weitergabe an Dritte)
c. Senderecht (Veröffentlichung)
d. Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht
e. Zurverfügungstellungsrecht (Verbreitung im Internet)

All diese vermögensrechtlichen Befugnisse kann der Urheber, also der Werkschaffende, bestimmen und gegenüber Dritten festlegen.

Generell genießen folgende Bereiche Werkcharakter:
a. Literatur
b. Tonkunst
c. bildende Künste und Lichtbildwerke (also Fotografien, die eine eigentümliche geistige Schöpfung aufweisen (sind ca. 95% aller Fotografien); Unterscheidung von Lichtwerken, wie z.B. Passfotos, die nur unter den Bereich der verwandten Schutzrechte fallen und keinen Werkcharakter aufweisen)
d. Filmkunst

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2. Unterschied Werknutzungsrecht & Werknutzungsbewilligung

Ein Fotograf bzw. eine Fotografin, aber natürlich auch Literaten, Tonkünstler, bildende Künstler und Filmkünstler, können euch zwei unterschiedliche Arten von Nutzungsrechten für die Verwendung ihrer Werke einräumen.

Dazu zählt:
a. Werknutzungsrecht: dies ist ein ausschließliches Recht; das heißt sämtliche Werknutzungsbefugnisse (also das Recht auf Veröffentlichung, Sendung, Verbreitung etc.) gehen an den Erwerber über - auch der Fotograf bzw. die Fotografin verliert dadurch seine vermögensrechtlichen Befugnisse (siehe Punkt 1.).
b. Werknutzungsbewilligungen: dies ist ein nicht ausschließliches Recht; das heißt, dass die Nutzung seitens des Urhebers sachlich (z.B. Nutzung nur auf einer Website), zeitlich (z.B. Nutzung nur im Jahr 2015) und örtlich (z.B. Nutzung nur in Österreich) beschränkt werden kann. Der Erwerber einer Nutzungsbewilligung muss sich sodann bei jeder Weitergabe an Dritte an den Fotografen bzw. die Fotografin wenden. Der Werkschaffende bzw. Urheber hat weiterhin eine Nutzungsberechtigung seiner Werke.

Also bitte hier unbedingt aufpassen, welche Rechte euch eingeräumt werden und inwieweit ihr Fotos verbreiten bzw. weitergeben oder nutzen dürft. Solltet ihr eine Nutzung übertreten, kann der Urheber gerichtlich gegen euch vorgehen und hohe Schadenersatzforderungen einheben. Weiters kann der Urheber eine Unterlassungsklage einbringen und erhält ein Beseitigungs-, sowie Veröffentlichungsrecht und Anspruch eines angemessen Entgelts, sowie Anspruch auf Herausgabe des Gewinns. Also unberechtigte Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken zahlt sich wirklich nicht aus!!!

3. Rechte auf freie Werknutzung

Einige Werke unterliegen der freien Werknutzung.

Darunter fallen:
a. Vervielfältigung von Werken zum eigenen (Hardcopy) oder privaten (digital) Gebrauch (d.h. Anfertigung von analogen oder digitalen Kopien)
b. Werke der Literatur (Zitierfreiheit) - Achtung: Zitierregeln beachten und Zitate unbedingt als solche kennzeichnen (" ")
c. Werke für den Schulgebrauch
d. Fotografien, Prints, Schriften etc., die frei bzw. kommerziell genutzt werden können und als solche gekennzeichnet sind ("Creative Commons")

Andere Werke, die nicht unter die vier oben erwähnten Punkte fallen und die ihr an eine breite Öffentlichkeit weitergebt (z.B. durch Kopieren und anschließende Veröffentlichung auf eurem Blog oder eurer Facebook-Seite), dürft ihr daher keinesfalls verwenden. Auch nicht dann, wenn ihr auf den Urheber verweist. Jegliche Nutzung von fremden Werken ist rechtlich verboten, ihr könnt jedoch den Urheber anschreiben und fragen, ob ihr seine Werke veröffentlichen dürft. Habt keine Scheu davor, denn oft freuen sich Künstler, wenn ihre Werke von anderen - meist unter Angabe der Urheberbezeichnung und mit Verlinkung – veröffentlicht werden.

Tipps, wie ihr den Fotografen bzw. die Fotografin eines Werkes herausfindet:
a. Mit Photoshop, InDesign, Lightroom und anderen Adobe Produkten unter Dateiinformationen könnt ihr oftmals sehr leicht den Namen des Urhebers ermitteln.
b. Mit Capture One unter dem Icon "i"

Kleiner Hinweis: Die Angabe eines © (Copyright-Vermerk) ist in Österreich nicht Voraussetzung, damit ein Werk Urheberrechtsschutz genießt. Jeder Werkschaffende hat jedoch das Recht auf Namensnennung unmittelbar bei seinem Werk - dies kann jedoch in einer Werknutzungsbewilligung gesondert vereinbart sein. Solltet ihr euch nicht sicher sein, was vom Urheber verlangt wird, würde ich jedenfalls immer den Copyright-Vermerk des Urhebers angeben. 

Achtung: Die auf dieser Seite angeführten Urheberrechtsbestimmungen gelten natürlich nicht nur für Fotografien, sondern für alle eigentümlich geschaffenen Werke; darunter fallen auch Grafiken, Logos, Schriften, Prints, Designs etc.!!! Seid so fair und unterstützt talentierte und herausragende KünstlerInnen bzw. respektiert deren künstlerisches Schaffen, indem ihr ihre einzigartigen Werke ordnungsgemäß und nicht ohne Zustimmung veröffentlicht! Danke :)


Ich hoffe ich konnte euch damit einen praktikablen und vor allem einfachen Weg aus dem Irrgarten des Urheberrechts liefern. Falls ihr spezifische Fragen habt, könnt ihr mich sehr gerne kontaktieren oder hier einfach einen Kommentar hinterlassen. Alles Liebe und bis bald 

Kulinarische Klein(st)betriebe aufgepasst!

Jetzt ist er endlich da, der lang ersehnte August, auf den ich mich schon so lange gefreut und mit Spannung herbeigesehnt habe. Denn ich habe den ganzen August lang die Ehre, für The Coolinary Society und deren neuestes Projekt Tastemakers Award aktiv zu sein und auf "Fotojagd" zu gehen. Daher freue ich mich riesig auf ein spannendes Monat. Für alle, die das Projekt noch nicht kennen, möchte ich eine kleine Übersicht geben, was der Tastemakers Award überhaupt ist und euch die Idee dahinter ein bisschen näher bringen:

"TASTEMAKERS ist eine Plattform für herausragende kulinarische Klein(st)betriebe  aus Österreich mit regionalen, saisonalen und/oder fairen Produkten, die schmecken." (The Coolinary Society) 

Das heißt, alle Klein- und Kleinstbetriebe, die sich in Österreich auf regionale, saisonale und/oder faire Produkte spezialisiert haben, sind seit Anfang Juli und noch bis Ende September 2014 herzlich eingeladen, sich für den Tastemakers Award anzumelden. Ziel ist es, dass nun auch die ganz kleinen regionalen Betriebe ausgezeichnet und für ihre herausragenden Produkte geehrt werden.

Und genau für das, finde ich, wird es endlich einmal Zeit. Denn ich bin für mehr regionales, biologisches, faires und kulinarisches Essen in Österreich. Jenes, wo einem bereits beim bloßen Anblick das Wasser im Mund zusammen läuft und wo man noch so richtig die Natur heraus schmeckt. Wie zum Beispiel die Marillen aus Oma's Garten oder die noch warme Kuhmilch direkt vom Bauernhof. Und da darf auch einmal ein krummes Radieschen oder ein verdrehter Paprika dabei sein - so lange sie köstlich schmecken ;)

Dass dieses Thema nicht nur bei mir, sondern allgemein in Österreich Anklang findet, beweist die Verleihung des T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds Award 2014. Denn das Tastemakers Award Projekt von The Coolinary Society erlangte dieses Jahr den beachtlichen 3. Platz. Gratulation an dieser Stelle!

So und nun kommen wir zum wirklich Wesentlichen, nämlich den Anforderungskriterien. Die Anforderungen für die Klein- und Kleinstbetriebe sind Folgende:

Tastemakers…

  • sind kleinbetrieblich angelegt
  • erzeugen Lebensmittel von herausragender Qualität
  • zeichnen sich durch Innovationskraft von der Produktidee bis zur Vermarktung aus
  • gehen verantwortungsvoll mit Ressourcen um
  • leisten einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität
  • nutzen Rohstoffe aus der Region
  • beziehen bevorzugt Rohstoffe aus biologischem Anbau
  • legen größten Wert auf artgerechte Tierhaltung
  • gehen fair mit ihren Lieferanten und Partnern um
  • nutzen kurze Transportwege und direkte Vertriebskanäle abseits von Supermarkt und Großhandel
  • verwenden umweltfreundliche und recycelbare Verpackungen
  • vertreiben Produkte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis

Wenn auch du dich bzw. deinen Betrieb unter die oben genannten Kategorien einreihen kannst, dann nichts wie los und beim Award mitmachen. Hier geht's direkt zur Anmeldung!

Ich würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere Betrieb noch zu der großen Anzahl an Einreichungen dazu gesellen würde. Auf ein tolles Monat und ein noch tolleres Projekt. Ich werde mit Herzblut dabei sein und freue mich schon auf das Endergebnis :)