Wie komme ich an schöne Fotos?

Noch völlig verschlafen und teilweise zerstreut stehe ich auf, schleife mich im Schneckentempo in die Küche und mache mir einen schönen warmen Tee. Jedoch spätestens, wenn ich das halb volle Häferl in meinen Händen halte, drängt sich unweigerlich jene Frage auf, die sich jeden Morgen bei mir breit macht: "Was mache ich heute zuerst?!"

Ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen anderen JungunternehmerInnen genauso geht und vor lauter To-do-Listen und herumliegenden unerledigten Aufgaben nicht viel Zeit für Marketing bleibt. Weswegen meist auch die Fotografie ganz weit hinten angestellt wird. Und leider merkt man als Unternehmer oftmals viel zu spät, wie wichtig Fotografien der eigenen Produkte sind, vor allem weil sie meist die erste Anlaufstelle für potenzielle KundInnen sind und das eigene Unternehmen nach außen hin repräsentieren. 

Schwierig wird es vor allem dann, wenn man eigentlich seine neuen Produkte ständig einem breiten Publikum zugänglich machen möchte, aber dafür jedes Mal ein Fotograf engagiert werden müsste. Oftmals hilft man sich mit den eigenen Mitteln und verbringt Stunden mit der eigenen Kamera in einem dunklen kleinen Zimmer, um geeignete Fotos zu erstellen. Dass dies nicht Ziel und Sinn sein kann, ist jedem klar. Denn die kostbare Zeit könnte man wesentlich besser und zielgerichteter nutzen.

Um einen Lichtblick aus diesem Schlamassel zu finden, möchte ich euch hier ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie es vor allem in der Anfangsphase einfacher gehen kann:

1. Internet-Plattformen für Fotos

Im Internet findet man zahlreiche Plattformen, auf denen Fotos entweder gegen eine Gebühr oder teilweise auch kostenlos verwendet werden können. Dazu zählen z.B. fotoliapixeliopixabayphoto pin oder wikimedia commons. Manche Seiten arbeiten hier mit professionellen FotografInnen zusammen und andere wiederum verwenden Fotos von HobbyfotografInnen.

Diese Plattformen eignen sich vor allem dann, wenn ihr eure Seite vorerst einmal mit ein paar Bildern bestücken wollt, aber von euren eigenen Produkten noch keine passenden Fotos zur Verfügung habt. Ich kann euch nicht empfehlen, diese Fotos als Produktfotos zu verwendet, denn wer sich von der Masse abheben will, sollte sich nicht an Massenfotos bedienen, die jedem frei zugänglich sind.

Ganz wichtig sind auf diesen Plattformen die Fotorechte. Bitte informiert euch ganz genau über die Nutzungsbedingungen. Oftmals muss nämlich der Name des Fotografen/der Fotografin bei seinem/ihrem Bild angeführt werden oder die Nutzung ist nur auf bestimmte Länder bzw. eine begrenzte Zeit beschränkt. Es gibt eigene Agenturen, die diese Nutzungsrichtlinien überprüfen und teilweise sehr hohe Kosten veranschlagen, wenn sie nicht eingehalten werden. Hier könnt ihr euch durch eine genaue vorherige Information viel Ärger und Kosten ersparen.

2. Fotos selber machen

Selbstverständlich könnt ihr eure Fotos auch selber machen. Wer sich gerne die Zeit nimmt und eine entsprechende Ausrüstung hat, ist gerade in der Anfangsphase hier vermutlich am besten beraten. Eine Checkliste für eure Fotoausrüstung, um ansprechende Produktfotos zu gestalten, findet ihr hier. Weitere Tipps für die Gestaltung von Fotos findet ihr hier. Ich wünsche euch gutes Gelingen :)

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3. Kooperationen

Viele FotografInnen, die gerade neu gegründet haben bzw. starten, sind selbst oft auf der Suche nach Fotomotiven. Und wenn sie nicht gerade LandschaftsfotografInnen sind, dann müssten sie für die Produkte oder Models bezahlen, die sie fotografieren. Gerade in der Hochzeitsbranche ist es daher gang und gäbe, Kooperationsshootings zu organisieren. Das heißt: Fragt bei FotografInnen einfach an, ob sie vielleicht ein Kooperationsshooting mit euch machen wollen. Im Klartext bedeutet das, dass ihr eure Produkte oder Dienstleistung kostenlos zur Verfügung stellt und der Fotograf/die Fotografin geben euch im Gegenzug kostenlos ein paar Fotos. Also eine Win-Win Situation für beide. Aber bitte beachtet auch hier die Nutzungsbedingungen der Fotos und sprecht euch mit den FotografInnen im Vorhinein genau ab, damit keine Missverständnisse entstehen.

4. Professionelle FotografInnen

Natürlich kosten FotografInnen etwas - schließlich haben sie dieses Handwerk zu ihrem Beruf gemacht und möchten auch davon leben können. Aber es ist auch klar, dass gerade in der Anfangsphase bei JungunternehmerInnen das nötige Kleingeld für eine Vielzahl an professionellen Fotos oftmals nicht verfügbar ist.

Was ist also die Lösung? Ich rate euch, dass ihr zumindest einmal in der Gründungsphase Zeit und Geld in eine/n professionelle/n Fotografen/Fotografin investiert, damit ihr ein/zwei/drei schöne Fotos eurer Produkte oder Dienstleistung für eure Folder oder Visitenkarten bzw. ein Aufmacherbild für eure Website habt. Setzt euch mit dem Fotografen/der Fotografin zusammen und sprecht über eure Wünsche und Anforderungen - ich bin davon überzeugt, dass eine Lösung für beide Teile gefunden werden kann und ihr im Anschluss professionelle Fotos bekommt, die ihr gerne euren potenziellen KundInnen zeigt.

Sobald das Geschäft dann läuft, könnt ihr euch überlegen, welche Fotos ihr gerne von euren Produkten hättet, wofür ihr sie verwenden möchtet und wie viele ihr benötigt. Auch hier muss nicht jedes Monat ein neues Shooting stattfinden. Deswegen ist ein Gespräch mit eurem Fotografen/eurer Fotografin so wichtig, denn er/sie kann euch Tipps und Tricks geben, wie ihr die Fotos am besten organisiert und nutzt.

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Solltet ihr Fragen haben, könnt ihr die gerne an mich richten. Gutes Gelingen und alles Liebe.