ES KEAT OANFACH VIEL MEHR GSCHMUST

Puh da hatte ich nochmals Glück! Beinahe wäre eine der langstieligen roten Rosen aus dem Blumenstrauß meines Ubahn-Sitznachbars bei der starken Bremsung in der Station Praterstern in meinem Auge gelandet. Ich konnte das wohl eher unfreiwillig durchgeführte Attentat auf mich gerade noch durch eine geschickte Ausweichtechnik verhindern. Mittlerweile habe ich mir schon spezielle Techniken angewöhnt, denn jedes Jahr zum Valentinstag spielt sich beinahe das gleiche Szenarium ab.

1. Mann bekommt Schock, weil er dank Radio oder Zeitung draufkommt, dass Valentinstag ist
2. Mann stürmt in der Mittagspause eilig in den nächsten Blumenladen
3. Mann ist stolz auf sich selber, dass er dieses Jahr nicht vergessen hat
4. Mann macht sich mit Blumenstrauß in der Hand auf den Heimweg
5. Mann beglückt seine/n Freund/in/Frau/Mann/Lebensgefährten/Lebensgefährtin mit dem Blumenstrauß
6. Heile Welt ist vorprogrammiert!

Aber worum geht es wirklich beim Valentinstag?

Ist es wirklich nur eine Geldmacherei oder gar eine Erfindung von Blumengeschäften, um der Flaute im Frühjahr ein bisschen entgegen zu wirken?

Ich finde den Gedanken schön, dass es zwischen Stress und Alltag einen Tag geben soll, an dem man bewusst an seine bessere Hälfte oder an liebevolle Menschen denkt. Aber dabei sollte meiner Ansicht nach nicht das Materielle, sondern der Ausdruck der Liebe im Vordergrund stehen. Es muss nicht unbedingt immer ein Geschenk oder ein Blumenstrauße sein. Es reicht schon, wenn man weiß: "Da hat jemand wirklich an mich gedacht!"

Tag der Liebe

Obwohl ich kein Single bin, finde ich, dass der Valentinstagein ein bisschen überbewertet wird. Vielleicht sollte sich jedes Paar seinen eigenen "Valentinstag" kreieren (ähnlich dem Jahrestag), an dem es bewusst(er) miteinander Zeit verbringt und die Stunden zu zweit genießt. Ein Tag, an dem Materielles zur Nebensache wird und genau das gemacht wird, was einen verbindet. Denn das ist doch das wahre Symbol für Liebe!

Mein Mann und ich haben heuer von meiner Mama zum Valentinstag ein Sackerl Zuckerl mit Herzen bekommen. Wir haben uns deswegen darüber so gefreut, weil wir totale Naschkatzen sind und die Zuckerl am Abend gemeinsam genossen haben. Wir sind einfach nebeneinander gesessen, haben die Zuckerl gelutscht und miteinander gelacht. Das reicht für mich schon aus, um glücklich zu sein ;)

Und was lernen wir daraus? "Es keat oanfach viel mehr gschmust" - auch abseits von Jahres- und Valentinstag. Wertschätzen, was man aneinander hat und gemeinsame Zeit bewusster erleben und genießen!

Alles Liebe und bis bald

 

P.S. Danke papierhimmel für das süße Tag "auf großem Fuss" ;)