Tipps für perfekte (Produkt-)Fotos - Teil 2

Ich hoffe ihr konntet meine Tipps und Tricks von meinem letzten Blogeintrag schon ausprobieren. Würde mich interessieren, wie leicht oder schwer es euch gefallen ist - für Kommentare und Anregungen bin ich ganz offen ;)

Wie versprochen werde ich euch dieses Mal die genaue und richtige Einstellung von Belichtungszeit und Blende erklären, sowie auf Regeln in der Fotografie (Goldener Schnitt, Drittelregel,..) und die Wahl der richtigen Perspektive näher eingehen.

  • Tipp 1 - Belichtungszeit, Blendenzahl, ISO-Werte
    Die Einstellung der Belichtungszeit und der Blende hängt davon ab, was ihr wie fotografieren wollt. Gerade beim Fotografieren von Wasser könnt ihr ganz große Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Belichtungszeiten und Blendenzahlen erkennen. Am besten ihr probiert hier herum und lernt eure Kamera einmal kennen. Es ist faszinierend, wie sich das Bild und somit seine Geschichte dadurch verändert.

    Generell gilt, je kürzer die Zeit eingestellt ist, also z.B. 1/200 Sekunde, desto besser könnt ihr Freihand fotografieren, ohne dass etwas verwackelt und je mehr Licht braucht ihr. Am Tag könnt ihr also ruhig mit einer sehr kurzen Belichtungszeit arbeiten, um perfekte Ergebnisse zu erzielen. Eure Spiegelreflexkamera hat die Funktion, dass Blende und/oder Zeit automatisch eingestellt werden können, aber davon würde ich euch abraten, weil die Einstellungen nicht immer optimal gewählt sind.

    Eine Faustregel ist: Bis zu 1/60 Sekunde könnt ihr noch bequem aus der Hand fotografieren, ohne dass grobe Verwackelungen entstehen, alles was drüber ist, wird schwierig. Entweder ihr helft euch dann mit einem Stativ oder ihr verändert die Blendenzahl bzw. den ISO-Wert.

    Wie bereits letztes Mal erklärt, lässt eine kleine Blendenzahl (z.B. f1,8) am meisten Licht durch. Das heißt als nächsten Schritt, wenn das Bild noch immer zu dunkel ist, obwohl ihr die Belichtungszeit schon auf 1/60 Sekunde gestellt habt, dann versucht ihr eure Blende auf die kleinst mögliche Blendenzahl einzustellen. Die Helligkeit in eurem Bild lässt sich hier am besten im Histogramm feststellen. Der rechte Bereich des Histogramms zeigt alle hellen Werte und der linke alle dunklen Werte an. Erst in einem letzten Schritt solltet ihr den ISO-Wert verändern.  

    Der ISO-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit im Bild an. Je niedriger der ISO-Wert ist, desto besser, denn je höher der Wert ist, desto höher ist das Rauschen im Bild. Aber sollte eure Umgebung einmal recht dunkel sein und ihr wollt nicht mit Blitz arbeiten, dann könnt ihr den ISO-Wert auch einmal auf 600-800 stellen. Die Intensität des Rauschens hängt hier auch sehr stark von eurer Kamera ab.
 ISO 350

ISO 350

 ISO 500

ISO 500

  • Tipp 2 - Regeln in der Fotografie
    In der Fotografie gibt es viele unterschiedliche Regeln, die man in seiner Bildgestaltung beachten kann, aber nicht muss. Trotzdem können sie einem gerade in der Anfangsphase helfen und auf bestimmte Dinge aufmerksam machen.
  • Der Goldene Schnitt hilft die Positionierung des Objekts im Bild aufregender bzw. ansprechender zu machen. Bei der Bildgestaltung nach dem Goldenen Schnitt wird eine Strecke nach folgendem Verhältnis geteilt: Die Teilstrecke A verhält sich zur Teilstrecke B wie die Gesamtstrecke A+B zu A. Das Objekt sollte sich nun entlang der gedachten Linien befinden, die man sich durch diese Teilung denken kann.
GoldenerSchnitt.jpg
 Der schärfste Punkt des Motivs liegt im Goldenen Schnitt

Der schärfste Punkt des Motivs liegt im Goldenen Schnitt

  • Bei der Drittelregel wird das Bild gedanklich durch je zwei horizontale und vertikale Linien geteilt und so in neun gleiche Teile geteilt. Das Hauptmotiv sollte sich dann entlang der gedanklichen Schnittpunkte der Linien liegen.
     
  • Die Wahl des Formats hängt vor allem vom Motiv ab. Hohe und lange Objekte bieten sich für ein Hochformat und große, schwere Objekte für ein Querformat an. Runde Motive sind besonders für eine Quadratform geeignet (Verhältnis 1:1).
  • Tipp 3 - Perspektive
    Rodtschenko führt zur Perspektive im Bild aus, dass ein Großteil von Bildern – ganz gleich ob es sich hier nun um die Malerei oder Fotografie handelt – von der Nabel- oder der Augenhöhe aus aufgenommen wird. Er plädiert daher für eine Änderung der Perspektive zum Beispiel durch unerwartete Blickwinkel von oben (Vogelperspektive) oder von unten (Froschperspektive), um „die Welt des Sichtbaren neu [zu] entdecken“ (Rodtschenko, 1928) und um sich somit bewusst von der Malerei abzugrenzen.

    Ich gebe ihm mit dieser Aussage vollkommen Recht, denn eine unerwartete Perspektive kann eine Fotografie ungemein aufwerten, indem es das Bild einfach interessanter und aufregender macht und uns den Blick für Neues öffnet. Hier kann ich nur raten: Probieren und für sich selbst eine Entscheidung treffen, was besser gefällt.
 Schokotarte von der Vogelperspektive

Schokotarte von der Vogelperspektive

 Schokotarte von der Nabelperspektive

Schokotarte von der Nabelperspektive

Ich hoffe ich konnte euch auch dieses Mal wieder mit hilfreichen Informationen und Tipps in die wunderschöne Welt der Fotografie einführen und wünschen euch wieder ganz viel Spaß und gutes Gelingen beim Ausprobieren. Solltet ihr Fragen haben, könnt ihr euch natürlich wieder gerne an mich wenden ;)

P.S. Die leckeren und entzückenden Cake Pops sind übrigens von Julie's Pop Bakery.

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