Es weihnachtet schon sehr

Knecht Ruprecht zu Weihnachten:

"Von drauß' vom Walde komm ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann, Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell, Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an, Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden, Denn es soll wieder Weihnachten werden! [...]"

Dick eingepackt mit einem knuddeligen Pullover und weichen Wollsocken sitze ich in meinem Wohnzimmer, lausche den teils romantischen und teils stillen Tönen meiner Klassik Weihnachts-CD und lasse mich von der Stimmung einfach nur treiben. Ich hole die grüne Tanne vom Balkon und befreie sie aus dem weißen Netz, damit sie ihre ganze Pracht und Schönheit entfalten kann. Ich liebe den Duft der Tanne, der so frisch, frei und weihnachtlich für mich riecht. Und dann beginnt die für mich schönste Zeit - das Christbaumschmücken. Ich lege meinen ganzen Christbaumschatz am Boden auf und entscheide mich jedes Jahr aufs Neue für eine bestimmte Schmuckfarbe. Nicht selten greife ich dann immer wieder zu Weiß und Rot, weil genau diese Farben das Besinnliche für mich symbolisieren. 

Dann kann es auch schon einmal vorkommen, dass ich bis zu 2 Stunden mit dem Baum Aufputzen beschäftigt bin und mich von den wundervollen Klängen im Hintergrund mitreißen und in eine andere Zeit rückversetzen lasse. Wenn der Baum mit ganz vielen kleinen Details behangen ist, kommt zum Schluss ein aus Holz gefertigter Stern auf die Baumspitze, welcher mit einem kleinen handgefertigten Engel noch zusätzlich geschmückt wird. Und fertig ist das Prachtstück! Jetzt fehlen nur noch die Kerzen, die an Heiligabend angezündet werden und ein leises Knistern und Rascheln verströmen.

Ich weiß, dass nicht alle Menschen so schöne Erinnerungen an Weihnachten hat, aber vielleicht kann jeder die Weihnachtszeit für sich selbst definieren und ihr einen Sinn beimessen. Die einen sehen die Weihnachtszeit vielleicht als Auszeit vom Alltagsstress, andere schwelgen in Kindheitserinnerungen, wieder andere genießen die Zeit, um mit ihrer Familie beisammen zu sein und ein paar freuen sich vielleicht einfach nur, dass sie ein paar Tage frei haben und genießen die Feiertage unter Palmen ;) Ganz gleich welche Bedeutungen man den Weihnachtsfeiertagen beimisst, im Endeffekt geht es in meinen Augen einfach um ein "zurückrudern", sich auf das Wesentliche konzentrieren, zu genießen - ganz gleich ob gutes Essen oder Momente und Augenblicke - und sich Zeit zu nehmen - auch bzw. besonders für die kleinen Dinge.

Ich wünsche euch hiermit ein wundervolles Weihnachtsfest, mit wundervollen Träumen, die für euch in Erfüllung gehen und unvergesslichen besinnlichen Momenten. Alles Liebe und schöne Feiertag, bis bald